Einführung
Das Palazzo Salimbeni, auch Rocca Salimbeni genannt, ist ein turmartiger gotischer Palast am Piazza Salimbeni und seit Jahrhunderten der Sitz der Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS). Die 1472 als Monte di Pietà gegründete Institution verlieh zu niedrigen Zinsen Geld an Bedürftige und nannte sich ab 1624 Monte dei Paschi, weil die Einnahmen aus den Staatsweiden der Maremma als Sicherheiten dienten . Der Artikel zeichnet die Geschichte des Palastes und der Bank nach, beantwortet häufige Fragen und gibt Tipps für Besichtigungen. Als Ausgangspunkt für die Erkundung von Siena wird das Hotel Minerva empfohlen .
Historische Ursprünge und die Familie Salimbeni
- Bauzeit und Funktionen: Das Gebäude stammt aus dem 14. Jahrhundert; es wurde als befestigte Residenz der Familie Salimbeni errichtet und baute auf einem älteren castellare (12.–13. Jahrhundert) auf. Vom ursprünglichen Wehrbau sind ein gekapptes Türmchen und Teile der rückwärtigen Ziegelmauern erhalten .
- Die Familie Salimbeni: Die Salimbeni waren im 13./14. Jahrhundert eine wohlhabende ghibellinische Adelsfamilie und Rivalen der Tolomei. Sie verdienten mit Getreide‑ und Gewürzhandel sowie den Anfängen des Bankwesens. Das Palazzo Salimbeni war ihre Hochburg. Kaiser Karl IV. von Luxemburg hielt sich 1355 hier auf. Wegen Konflikten mit der Republik Siena wurde der Palast 1419 konfisziert, womit die Salimbeni ihren Einfluss verloren .
- Nachnutzung und Umbauten: Nach der Enteignung diente das Gebäude verschiedenen städtischen Zwecken, u. a. als Zoll- und Steuerhaus im 15. Jahrhundert und als Sitz des neu gegründeten Monte Pio (Vorgänger der Bank) ab 1472. 1866 kaufte MPS den Palast; der Architekt Giuseppe Partini baute ihn 1877–1880 um: Er erhöhte die Mauern, riss Flügel ab, errichtete sie neu und gab der Fassade ein neugotisches Erscheinungsbild. Partini gestaltete auch die angrenzenden Palazzi Tantucci und Spannocchi um, sodass ein harmonisches Ensemble entstand .
- Weitere Restaurierungen: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzten Carlo Ariotti und Vittorio Mariani die Arbeiten fort. 1972 modernisierte Pierluigi Spadolini den Komplex zum 500‑jährigen Bestehen der Bank: Er stellte den ursprünglichen Turm heraus, baute eine elliptische Treppe ein und schuf eine Dauerausstellung von seidenen Contrade‑Bannern; die angrenzende Kirche San Donato wurde als Konferenzsaal und Galerie restauriert .
Piazza Salimbeni und architektonische Merkmale
Die neugotische Fassade wirkt mittelalterlich, ist jedoch größtenteils das Ergebnis von Partinis 19.‑Jahrhundert‑Umbau. Charakteristisch sind:
- Triforen mit spitzen Bögen und Zinnenabschluss;
- ein Blindbogenfries zwischen den Geschossen;
- das Fehlen eines Erdgeschossportals (Zugang über eine erhöhte Treppe), was die Wehrhaftigkeit betont;
- hohe Fenster im Erdgeschoss .
Der Platz wird von den Palazzi Salimbeni, Tantucci und Spannocchi eingerahmt. In der Mitte steht die Statue des Sallustio Bandini, die Tito Sarrocchi 1882 schuf – sie erinnert an Bandinis Bücherschenkung an Siena .
- Palazzo Tantucci: links, mit Renaissancefassade (16. Jh.).
- Palazzo Spannocchi: rechts, dessen Fassade Köpfe berühmter Persönlichkeiten und römischer Kaiser trägt .
Besuch des Palazzo Salimbeni
Die Bank öffnet ihre Türen nur an drei Tagen im Jahr:
- 2. Juli (Vormittag) – Tag des Sommer-Palio;
- 15. August (Vormittag) – Vorabend des Palio dell’Assunta;
- Erster Samstag im Oktober – Veranstaltung Invito a Palazzo.
Der Eintritt ist frei, Führungen werden von Guides durchgeführt. Besucher sollten gegen 08:30 Uhr eintreffen, denn die Teilnahme erfolgt in der Reihenfolge des Erscheinens; die Touren finden von 09:00 bis 12:30 Uhr statt .
Besichtigungsinhalte:
- Historische Direktion- und Präsidentenbüros;
- die Galleria Peruzziana, ein eleganter glasüberdachter Korridor;
- die Pinacoteca und das Museum San Donato mit Kunstwerken der Bank;
- illuminierte Handschriften, Münzen und das Historische Archiv;
- bei besonderen Führungen auch Tresor- oder Ratssaal.
Eine vollständige Besichtigung dauert 30–40 Minuten .
Praktische Informationen
- Lage: Piazza Salimbeni 1 an der Via Banchi di Sopra.
- Zu Fuß: Der Platz liegt im Fußgängerbereich der Altstadt; vom Hotel Minerva benötigt man etwa 10 Minuten.
- Mit dem Zug: Vom Bahnhof Siena 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Aufzug zur Altstadt.
- Mit dem Auto: Die Piazza liegt in der ZTL-Zone; Parkmöglichkeiten bestehen z. B. in den Parkhäusern Santa Caterina oder Stadio/Fortezza. Hotel Minerva bietet eine Privatgarage .








Warum im Hotel Minerva übernachten?
Das Hotel eignet sich perfekt als Ausgangspunkt für die Erkundung von Siena, weil es:
- Leicht erreichbar ist (außerhalb der ZTL, aber innerhalb der Stadtmauern);
- zentral und dennoch ruhig liegt, nahe der wichtigsten Sehenswürdigkeiten;
- historischen Charme mit modernem Komfort verbindet;
- für gastfreundlichen Service bekannt ist;
- verschiedene Einrichtungen bietet: Bar, Aufenthaltsraum, Tagungsraum, kostenloses WLAN, Wäscheservice und Tourreservierungen .
Viele Zimmer bieten Panoramablicke. Das Frühstück umfasst hausgemachte Kuchen, Brot, Marmeladen, Obst, Wurst und Käse. Das Hotel bietet zudem einen Aufenthaltsraum mit Kunstbüchern und steht Gästen mit lokalen Tipps zur Seite .
Entfernungen vom Hotel Minerva
| Ort | Gehzeit vom Hotel Minerva |
|---|---|
| Piazza del Campo | ~15 Minuten |
| Duomo | ~17 Minuten |
| Torre del Mangia / Palazzo Pubblico | ~15 Minuten |
| Basilika San Domenico | ~10 Minuten |
| Palazzo Salimbeni | ~10 Minuten |
| Fortezza Medicea | ~13 Minuten |
| Bahnhof Siena | ~15 Minuten (1 km) |
Was man in Siena sehen sollte
Siena bietet eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten. Zu den Höhepunkten zählen:
- Piazza del Campo: Das muschelförmige Herz der Stadt, in dem der Palio stattfindet. Umgeben von mittelalterlichen Palästen dominiert das Palazzo Pubblico mit dem 88 m hohen Torre del Mangia. In der Mitte befindet sich der Fonte Gaia. Neun Sektoren symbolisieren die historische Regierung der Neun .
- Dom von Siena (Duomo): Ein Meisterwerk der italienischen Gotik mit einer Fassade aus weißem, dunkelgrünem und rotem Marmor. Innen befinden sich abwechselnd schwarz-weiß gestreifte Säulen, bemalte Gewölbe, die Piccolomini‑Bibliothek von Pinturicchio und der einzigartige intarsierte Marmorboden (nur zu bestimmten Zeiten offen). Werke von Michelangelo, Donatello, Bernini u. a. schmücken die Kirche. In der Nähe befinden sich die Taufkapelle und das Museo dell’Opera; vom unvollendeten Facciatone bietet sich ein Panoramablick .
- Santa Maria della Scala: Das ehemalige mittelalterliche Hospital gegenüber dem Dom, heute Museumskomplex mit freskengeschmückten Pilgerhallen und verschiedenen Sammlungen .
- Basilika San Domenico: Eine Backsteinkirche mit den Reliquien der hl. Katharina von Siena und Fresken von Sodoma .
- Palazzo Tolomei: Einer der ältesten privaten Paläste der Stadt (13. Jh.) an der Piazza Tolomei; noch heute mit Zinnen versehen und heute Sitz einer Bank .
- Loggia della Mercanzia: Eine Loggia aus dem 15. Jh. an der Croce del Travaglio, wo sich Kaufleute trafen, verziert mit Renaissance‑Skulpturen .
- Palazzo Chigi‑Saracini: Ein eleganter Palast mit geschwungener Fassade in der Via di Città; ehemals Wohnsitz adliger Familien, heute Sitz der Accademia Musicale Chigiana. Führungen oder Konzerte ermöglichen Einblicke in seine kunstvollen Räume .
- Museo Civico: Im Palazzo Pubblico; beherbergt Lorenzettis Fresken „Gute und schlechte Regierung“ sowie die Maestà von Simone Martini; vom Torre del Mangia genießt man einen Rundblick .
- Orto de’ Pecci: Eine grüne Oase hinter dem Piazza del Campo mit Gärten, Bauernhoftieren und Restaurant .
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Basilika San Francesco, die Pinacoteca Nazionale, das Sanctuary of Saint Catherine, die Synagoge und das Ghetto .
Ausflüge rund um Siena
Wer mehrere Tage Zeit hat, sollte auch das Umland erkunden. Das Hotel Minerva ist ein idealer Ausgangspunkt. Empfohlene Ausflüge:
- San Gimignano: UNESCO‑geschützte Stadt mit 14 mittelalterlichen Geschlechtertürmen; historische Plätze und der Vernaccia‑Wein .
- Monteriggioni: Kleines ummauertes Dorf mit 14 runden Türmen, das Dantes Beschreibungen wachruft; 15 km von Siena entfernt und im Sommer Schauplatz eines Mittelalterfestes .
- Colle di Val d’Elsa: Berühmt für Kristallproduktion; Besuch der mittelalterlichen Oberstadt und der Wasserfälle des Flusses Elsa .
- Chianti Classico: Hügellandschaft zwischen Siena und Florenz mit Weinbergen und Burgen wie dem Castello di Brolio. Fahren Sie die SR222 durch Castellina, Radda und Gaiole in Chianti und machen Sie Weinproben .
- Val d’Orcia: UNESCO‑Landschaft südlich von Siena mit Hügelstädten wie Pienza, Montalcino, San Quirico d’Orcia und Thermalorten wie Bagno Vignoni .
- Arezzo und Cortona: Östlich gelegen, bekannt für Fresken von Piero della Francesca und etruskisch‑mittelalterliches Flair .
- Florenz und Pisa: Größere toskanische Städte, die in einem Tagesausflug erreichbar sind. Florenz (1¼ Stunden mit Bus oder Auto) bietet Renaissance‑Schätze; Pisa (2 Stunden via Empoli) fasziniert mit dem Schiefen Turm und lebendiger Flusslandschaft .
Ein Aufenthalt in Siena verbindet somit mittelalterliche Kunst, landschaftliche Fahrten, Weinproben und kulturelle Ausflüge .
Fazit
Das Palazzo Salimbeni ist ein Symbol für Sienas Verbindung von Tradition und Innovation: eine Festung aus dem 14. Jahrhundert, die im Laufe der Jahrhunderte zur Zentrale der ältesten Bank der Welt wurde. Selbst wenn ein Zutritt nicht möglich ist, lässt sich auf dem Piazza Salimbeni die Schwere der Geschichte spüren und die neugotische Fassade mit der Bandini‑Statue bestaunen . Planen Sie Ihren Besuch zu einer der seltenen Öffnungen, um die Kunstsammlungen und Archive zu entdecken, und nutzen Sie das Hotel Minerva als Basis, um Stadt und Umland zu erkunden. Zwischen Spaziergängen durch mittelalterliche Gassen und dem Verkosten lokaler Süßspeisen wie Ricciarelli und Panforte erleben Sie Kunst, Bankgeschichte, Gastronomie und Gastfreundschaft, die diese Stadt ausmachen .
